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OTTO-Deckungsbeitrag berechnen: Formel, Provisionssätze und die typischen Fehler

Das OTTO-Portal zeigt dir Umsatz. Ob ein Artikel Geld verdient, steht dort nirgends. Dieser Ratgeber zeigt die komplette Rechnung vom Brutto-Verkaufspreis bis zum Deckungsbeitrag, mit den offiziellen Provisionssätzen und einem Rechenbeispiel.

Die Formel

Deckungsbeitrag je OTTO-Artikel = Netto-Umsatz − Vermittlungsprovision − Erstattungen für Retouren − Wareneinsatz (Einkauf + Verpackung + Versandlogistik) − anteilige Werbekosten

Wichtig: Die Provision berechnet OTTO auf den Brutto-Verkaufspreis (inklusive Mehrwertsteuer), dein Ertrag ist aber der Netto-Umsatz. Wer die Provision vom Netto rechnet, rechnet seine Marge etwa drei Prozentpunkte zu schön.

Wie hoch ist die OTTO-Provision?

Die Vermittlungsprovision hängt vom Sortiment ab und liegt zwischen 5 und 22 Prozent des Brutto-Verkaufspreises, in vielen Sortimenten gestaffelt nach Preis (je teurer der Artikel, desto niedriger der Satz). Auszug aus der offiziellen Sortimente-Übersicht von otto.market (Stand 2026):

SortimentProvision
Küche & Haushaltswaren15 %
Wohnaccessoires & Dekoration15 %
Wohntextilien15 %
Bekleidung Damen17 % (bis 25 €), 16 % (25–75 €), 14 % (ab 75 €)
Möbel19 % (bis 150 €), 18 % (150–500 €), 17 % (ab 500 €)
Koffer & Taschen15 %
Schreibwaren & Bürobedarf10 %
Elektronik7 %
Schmuck22 % (bis 100 €), 20 % (100–200 €), 18 % (ab 200 €)

Dazu kommen die monatliche Grundgebühr (99,90 € netto) und 16 % Provision auf erhobene Versandkosten. Die vollständige Tabelle steht auf otto.market unter „Sortimente-Übersicht".

Rechenbeispiel: Küchenartikel für 39,99 €

  • Brutto-Verkaufspreis: 39,99 € → Netto-Umsatz: 33,61 €
  • Vermittlungsprovision (15 % vom Brutto): −6,00 €
  • Wareneinsatz inkl. Verpackung und Versandlogistik: −14,50 €
  • Retouren-Erstattungen, umgelegt bei 12 % Quote: −4,03 €
  • Anteilige Werbekosten (TACoS 8 %): −3,20 €

Deckungsbeitrag: 5,88 € je verkauftem Stück, das sind 14,7 % vom Brutto-Verkaufspreis. Im Portal sieht derselbe Artikel nach 39,99 € „Umsatz" aus.

Die drei typischen Fehler

1. Retouren vergessen oder pauschal schätzen

Retourenquoten unterscheiden sich massiv je Artikel. Ein Umsatzbringer mit 25 % Retourenquote kann nach Erstattungen still ins Minus laufen, während er im Portal wie ein Bestseller aussieht. Die Erstattungen stehen in den OTTO-Belegen (Beleg-Typen REFUND und PARTIAL_REFUND), nicht in der Umsatzansicht.

2. Werbung nur am beworbenen Artikel messen

OTTO rechnet einer Anzeige auch Käufe anderer Produkte deines Sortiments zu. Wer Werbekosten nur gegen den Umsatz des beworbenen Artikels stellt, schaltet profitable Kampagnen ab. Besser: beide Sichten anschauen und den TACoS im Blick behalten.

3. Provision vom Netto statt vom Brutto rechnen

OTTO berechnet die Provision auf den Brutto-Verkaufspreis. Bei 19 % Mehrwertsteuer macht das je nach Sortiment rund 2 bis 4 Prozentpunkte Unterschied in der Marge.

Manuell rechnen oder automatisieren?

Manuell brauchst du je Monat: die OTTO-Abrechnung (Provision), die Belege (Umsätze und Erstattungen), den Werbe-Report und deine Einkaufspreise, zusammengeführt in Excel. Bei 100 bis 300 Artikeln sind das typischerweise zwei bis vier Stunden pro Monat. Sellpulse automatisiert genau diese Rechnung: Es zieht die Daten über die offizielle OTTO-Schnittstelle, rechnet mit den offiziellen Provisionssätzen je Sortiment und zeigt den Deckungsbeitrag je Artikel und Zeitraum, täglich aktuell.

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Stand: August 2026. Provisionssätze laut otto.market Sortimente-Übersicht, ohne Gewähr.